Aggrelin

Aggrelin 8: Alle fünf Münchner setzen sich durch

Am Sonntag den 6.9. war es wieder soweit und so öffnete Aggrelin 8 zum zweiten Mal im Backstage seine Pforten. Im Gepäck nicht weniger als 11 actiongelade Fights, bei ausverkaufter Halle, inklusive dem ersten Titelkampf in der Veranstaltungsgeschichte.

Die Kämpfer schenkten sich nichts und so ist es kaum verwunderlich, dass gerade einmal zwei der Kämpfe per Punkterichterentscheid entschieden wurden. Bereits bei den Vorkämpfen konnte man hohes Niveau beobachten, was zweifelsohne ein gutes Zeichen für die kommenden Jahre des lokalen MMA ist.

Der Kampf von Ivo Cuk vs. Georg Reichert musste im Hauptprogramm ausfallen da sich Cuk zwei Tage vor dem Kampf kampfunfähig gemeldet hatte und es leider in der kurzen Zeit nicht möglich war einen Ersatz zu finden.

Den ganzen Event könnt Ihr ich Euch noch einmal komplett im Stream bei www.fight24.tv für 4,95 EUR ansehen. Der Kommentator hierbei ist Filip Bradaric, welcher letztes Mal selbst noch im Aggrelin Cage stand.

Vorkämpfe

Chris Kalb (Powerhaus Salzburg) vs. Meikl Skrupniak (TSG Leutkirch)

Weltergewicht

Kalb und Skrupniak starteten beide aggressiv in die erste Runde. Nach einem Takedownangriff von Skrupniak fand sich dieser allerdings selbst in der Guard unter seinem Gegner wieder von wo aus er an einem Armbar arbeitete. Kalb konnte diesem Ansatz entkommen eroberte sich die Mount und konnte von da aus, in der ersten Runde nach 2:30min den Kampf durch TKO durch Ground and Pound für sich entscheiden.

Adam Taramov (Team Sport Academy Fürth) vs. Rafael Lesnino (Munich MMA)

Weltergewicht

Das Duell, das als Klassiker eines Arbeiters (Taramov) gegen ein Talent (Lesnino) angekündigt wurde begann anfangs zaghaft. Beide konnten in der ersten Runde Treffer landen. Taramov zeigte hauptsächlich Schwinger während Lesnino ins besondere seine Knie im Clinch gegen den Cage einsetzen konnte.

Ähnlich verlief auch Runde zwei. Gegen Ende dieser konnte sich Lesnino den Rücken seines Gegners im Stand erkämpfen. Nach einigen Treffern verlegte sich diese Position auf den Boden wo Lesnino weitere Treffer anbrachte und an einem Rear Naked Choke arbeitete den er allerdings nicht finishen konnte.

In Runde 3 konnte Lesnino einen Middlekick landen. Dieser zeigte Wirkung und wurde von einer Schlagserie gegen den am Käfig lehnenden Taramov begleitet was den Kampfrichter zum Abbruch des Kampfes veranlasste. TKO in der 3. Runde nach 39 sek.

Quincy Dwamena (Kiboju Mannheim) vs. Franciso de Souza (Martial Arts Academy Rosenheim)

Catchweigt -98kg

Dwamena und de Souza lieferten sich den einzigen reinen Standkampf des Abends. In einem heftigen Schlagabtausch schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts und so konnten beide gute Treffer landen. Nach dem Ende der Runde stellte sich dann heraus dass Dwamena die beiden weiteren Runden nicht mehr bestreiten konnte. Grund hierfür war eine Verletzung beider Hände.

Der Sieger heißt de Souza nach einer Runde.

Victor Kessler (Pantera Fighter Osnabrück) vs. Erik Enzensberger (Kampfsportschule Kempten)

Mittelgewicht

Kurz nach Beginn des Duells verlegte Kessler dieses per Takedown auf den Boden, wo Enzenberger sich allerdings die Guard erkämpfen konnte. Von oben setzte Kessler einige Treffer. Enzenberger erarbeitete sich dann den Trianglechoke und zwang seinen Gegner in der ersten Runde nach 2:04 min zur Aufgabe.

Ruslam Malsam (MMA Mundial Ingolstadt) vs. Mohamed Trabelsi (Munich MMA)

Leichtgewicht

Im sicherlich lautesten Kampf der Vorrundenkämpfe trafen Makaev und Trabelsi aufeinander. Die beiden Kontrahenten begannen zunächst mit einem Schlagabtausch und konnten beide Takedowns zeigen. Nach dem Versuch einer Flying Armbar von Trabelsi konnte sich dieser am Boden den Rücken seines Gegners sichern und von da aus an einem Rear Naked Choke arbeiten den er dann aber für Ground and Pound aufgab.

In Runde zwei konnte Makaev mit einem hohen Takedown glänzen und allgemein war das Bodenkampfniveau in Runde zwei und drei sehr hoch. Trabelsi wirkte allerdings am Boden etwas aggressiver. Nach der vollen Kampfzeit von 3x5 Minuten wurde Trabelsi einstimmig per Punkterichterentscheidung zu Sieger erklärt.

Paolo Bettini (Seiwasser Penzberg) vs. Manuel Klimt (Sanefighting München)

Catchweight -73kg

Ein klassisches Duell zwischen einem Standkämpfer (Bettini) und einem Bodenkämpfer (Klimt). Bettini landete zu Beginn einen Treffer doch Klimt schaffte es sich den Clinch zu sichern. Am Käfig angekommen holte sich Bettini einen tiefen Guillotine Choke und versuchte den Kampf früh zu finishen. Klimt verteidigte diesen, brachte ein paar Schläge an, konnte die Guard passieren von wo aus er sich zunächst Knee on Stomach und dann die Mount sichern konnte um den Kampf nach 4:40 min durch TKO per Ground and Pound zu beenden.

Hauptkämpfe

Sami Heyoun (Team Mezaache Paris) vs. Alexander Poppeck (P4P München)

Catchweight – 80kg

Die ersten beiden Runden wurden von beiden Kämpfern sehr taktisch angegangen. Poppeck konnte früh in der ersten Runde einen Kick Heyouns fangen und diesen zu Boden bringen. Am Boden glänzte Heyoun durch eine starke Guard, die Poppeck ständig angriff und im Besonderen in der zweiten Runde mit Treffern am Boden punkten konnte. Am Ende der zweiten Runde konnte Heyoun seine Triangle schließen und wechselte später zu einem Armbar. Diesen konnte er aber vor Ende der Runde nicht mehr finishen.

Nach der zweiten Runde musste Heyoun wegen Verletzung aufgeben. Der Sieger damit nach 2 Runden die Münchner Größe Alexander Poppeck.

Florian Motz (Kongs Gym Stuttgart) vs. Dawid Masarczyk (Martial Arts Academy Rosenheim)

Mittelgewicht

Der eigentlich als Vorkampf geplante Kampf wurde anstatt des ausgefallenen Kampfes von Georg Reichert vs. Ivo Cuk ins Hauptprogramm aufgenommen. Motz eröffnete den Kampf mit zwei harten Lowkicks die Masarczyk seinerseits mit harten Treffern zunächst im Stand dann auch im Boden erwiderte. Er konnte die Guard Motz' passieren und sich den Rücken erkämpfen von wo aus er den Kampf per Rear Naked Choke nach 1:30 min beenden konnte.

Andrius Liudvinavicius (Pantera Fighter Osnabrück) vs. Mario Dengg (Kaiser Gym Tirol)

Halbschwergewicht

Nach einer ausgeglichen und hart geführten ersten Runde startete Liudvinavicius mit zwei harten Treffern in Runde 2 und konnte mit zwei Takedowns glänzen. Am Boden jedoch gewinnt Dengg die Oberhand und konnte viel hartes Ground and Pound gegen den sich in der Turtelposition befindenden Liudvinavicius landen. Nach weiteren harten Treffern aus der Sidecontrol gab sich sein Kontrahent geschlagen und Dengg gewinnt nach 2:27 in der zweiten Runde.

Markus Grosse (MAG Rosenheim) vs. Rachid Melouti (Team Mesaache Paris)

Schwergewicht

Der Rosenheimer konnte sich bereits früh in Runde 1 ein Takedown sichern. Nachdem der Kampf kurz darauf wieder im Stand fortgeführt wurde konnte Grosse seinen Gegner mit einem Wirkungstreffer zu Boden schicken wo er ihn für den Rest der Runde mit Schlägen und Hammerfists eindeckt.

Nach der ersten Runde musste Grosse wegen Verletzung aufgeben und Melouti wurde zum Sieger erklärt.

Sebastian Steinmann (MMA Team Dresden) vs. Patrick Simon (Munich MMA / Mio)

Weltergewicht

Die beiden Kontrahenten schenkten sich im ersten Titelkampf der Aggrelingeschichte von der ersten bis zur letzten Sekunde nichts. Patrick Simon hatte sich einmal mehr gut auf seinen Gegner eingestellt und arbeitete viel mit seinen Knien aus dem Clinch oder kontrollierte Steinmann mit dem Frontheadlock am Boden. Insbesondere die Knieangriffe von Simon verfehlten ihre Wirkung nicht und führten zu einer stark blutigen Nase bei Steinmann.

Steinmann kam allerdings immer wieder zurück und konnte Treffer setzen und andere gute Aktionen zeigen, so landete er beispielsweise einige gute Treffer aus der Guard. Auch im Stand wirkte er stets gefährlich. Im Boden konnte er sowohl die Mount als auch die Backmount Simons erfolgreich verteidigen.

Nach sehr intensiven und technisch hochwertigen drei Runden wurde Patrick Simon nach Punkten zum ersten Aggrelintitelhalter erklärt.